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Geschaffen wurde die neuartige Hilfsaktion vor 6 Jahren von einer Bürgermeisterin und fünf Bürgermeistern aus dem Mittelburgenland. Klaudia Friedl aus Steinberg-Dörfl, Markus Landauer aus Raiding, Christian Weninger aus Lackenbach, Stefan Hauser aus Piringsdorf, Peter Heger aus Horitschon und Friedrich Kreisits aus Unterfrauenhaid haben es gewagt. Ohne zu wissen, was genau auf sie zukommt, haben sie – professionell unterstützt von der Projektleiterin Astrid Rainer – „Nachbarschaftshilfe Plus“ gegründet. Dafür wurde das traditionelle Prinzip der Nachbarschaftshilfe an heutige Bedingungen angepasst: Geholfen wird kostenfrei von Ehrenamtlichen in der Gemeinde – finanziell unterstützt von Gemeinden und dem Land.

Bürgermeister Christian Weninger aus Lackenbach erinnert sich an den schwierigen Start: „Die Idee hat alle fasziniert. Doch für einige Gemeinden war die Finanzierung eine unüberbrückbare Hürde. 21.000 Euro würden die Kosten im ersten Jahr maximal betragen. Diese Summe war von den Gemeinderäten zu bewilligen. Und sechs der zwölf interessierten Bürgermeister haben für die Gründung die Verpflichtungserklärung dann unterschrieben.“ Für ihn, Weninger, sei das keine Frage gewesen: „Wir haben gesagt, es ist uns das wert, das kommt dem ganzen Dorf zugute.“ Letztlich fallen derzeit für die Gemeinde Lackenbach Kosten von 12- bis 13-tausend Euro pro Jahr an.

„Bei uns kostet es die Gemeinde acht- bis neuntausend Euro im Jahr“, erzählt Klaudia Friedl, die Bürgermeisterin von Steinberg-Dörfl. Sie weiß noch genau, welche Bedenken es bei der Gründung gegeben hat. Sie habe versucht, Bürgermeisterkollegen zu überzeugen. „Wir geben Millionen für Kanal und Straßen aus und für die Unterstützung unserer älteren Bewohner werden uns doch nicht die 10.000 Euro jährlich zu viel sein“, hat Friedl argumentiert. „Es war von uns ein absolut mutiger Schritt.“