Die neue Soroptimisten-Chefin Sonja Artner will Frauen Mut machen, ihre Potenziale zu entfalten.

Die Soroptimisten sehen sich – und da schwingt Ärger mit – im Schatten der bekannteren Weltclubs der Lions oder Rotarier. Dabei stünden sie diesen um nichts nach, argumentiert Sonja Artner: „Wir sind eine Organisation von Serviceclubs für berufstätige Frauen. Wir sind in 132 Ländern aktiv und haben 80.000 Mitglieder. In Österreich gibt es derzeit 58 Clubs mit knapp 1.800 Mitgliedern.“ Sonja Artner ist die auf zwei Jahre gewählte neue Präsidentin von 15 Clubs in Ostösterreich.

Ihr Name ist Programm: Die Bezeichnung Soroptimist besteht aus den Anfängen der beiden lateinischen Worte „Schwestern“ und „beste“. Die Anleitung dafür, berufstätigen Frauen eine helfende „Schwester“ zu sein, sieht Sonja Artner in der Vision des Clubs: „Durch Bewusstmachung und Umsetzung schaffen wir Möglichkeiten, um das Leben von Frauen und Mädchen rein mit Hilfe unseres globalen Netzwerkes positiv zu verändern.“

Hilfe für Frauen und Mädchen

Anhand der Aktivitäten ihres Heimat-Clubs, der Pannonia Oberpullendorf, zeigt Sonja Artner auf, welche Kategorie von Projekten unterstützt werden: „Es geht um die Übernahme von Ausbildungskosten für Frauen und Jugendliche, um Hilfe für Familien in Notsituationen, um eine Patenschaft für Kinder im SOS-Kinderdorf Pinkafeld, die Organisation von Deutschkursen für Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache und um die Teilnahme an Projekten von Soroptimist International.“ Es würden aber auch eigene Veranstaltungen wie Konzerte, Kinoabende oder Brunchs abgehalten, um mit dem Reinerlös die Projekte unterstützen zu können. Letzteres war heuer nicht möglich.

Mut machen

Der Oberpullendorferin, die seit 27 Jahren im Club aktiv ist, der jeden ersten Montag im Monat sein Clubtreffen hat, geht es um klare Anliegen: „Ich möchte als Soroptimistin dazu beitragen, dass Frauen und Mädchen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erleben. Sie sollen in einer sicheren und gesunden Umwelt leben und Zugang zu Bildung haben.“ In ihrer neuen Funktion möchte Sonja Artner auch mithelfen, dass Führungsfähigkeiten entwickelt werden. „Ich will Frauen Mut machen, ihre Potenziale zu entfalten, um ein selbstbestimmtes und gutes Leben zu führen.“

Die neue Spitzenfunktionärin hofft, dass spätestens im nächsten Jahr die Organisation in der Öffentlichkeit bekannter wird: Soroptimist International feiert nämlich dann das 100-jährige Bestehen.