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Lutzmannsburg will mit Investitionen und Neuerungen „Europas beste Familientherme“ bleiben.

Dreieinhalb Monate hatte die Therme Corona-bedingt ge­schlossen. Seit Anfang Juli ist geöffnet, mit drei eigenen Security-Mitarbeitern und wöchentlichen Corona-Tests aller 400 Beschäftigten. Doch die Abstands- und Hygiene-Regeln schränken derzeit die Zahl der Besucher extrem ein. 700 Liegestühle wurden entfernt. Maximal 1.000 Gäste werden derzeit an der Kassa hineingelassen. Mehr nur dann, wenn der Außenbereich benutzt werden kann. Doch dazu muss das Wetter passen. Die Regentage im Juli und August waren jedenfalls nicht einladend. „Die Nachfrage wäre da“, analysiert Thermen-Chef Mag. Werner Cerutti. „Doch wir werden heuer Einbußen hinnehmen müssen. Bei den Thermengästen in der Höhe von 35 Prozent und im Thermenhotel von 30 Prozent.“ Eine Zahl zum Vergleich: Für das Vorjahr meldet die zu 95 Prozent dem Land Burgenland gehörende Therme ein Rekordergebnis von 445.000 Zutritten.

Investitionen nur verschoben

Insgesamt gibt man sich in Lutzmannsburg für die Zukunft optimistisch. Die jüngste Investition in die Breitbandrutsche im Außenbereich bewährt sich bereits und der Zauberer Sven Alexiuss, der drei Mal in der Woche auf der neuen Eventbühne auftritt, begeistert mit seiner „österreichweit spektakulärsten“ Zauber-Show. Jedenfalls wurde er bereits für den nächsten Sommer engagiert.

„Unser zentrales Erfolgsrezept war und ist die ständige Veränderung und unsere Wettbewerbsfähigkeit“, beschreibt Thermen-Chef Cerutti seine Strategie. Mit den geplanten Investitionen und weiteren Neuerungen will er sogar noch wettbewerbsfähiger werden: mit einem hypermodernen 5-D-Wasserkino und einer riesigen Fotovoltaik-Anlage über dem Parkplatz.

Wasserkino und Fotovoltaik-Anlage

„Mit den Solarpaneelen über dem großen Parkplatz decken wir rund 40 Prozent unseres Strombedarfes aus der eigenen Anlage“, verweist Cerutti stolz auf die jetzt startende Investition in die Umwelt. Und auch die Gäste würden davon profitieren: „Lutzmannsburg ist für die meisten unserer Besucher mit einem Elektro-Auto zu erreichen. Und während sie in der Therme zu Kräften kommen, können sie ihr Auto mit Strom aus unserer riesigen Fotovoltaik-Anlage auftanken.“

Erst 2022 soll das Wasserkino fertig sein: „Damit bieten wir unseren Gästen ein 5-D-Wasserkino, das modernste Europas. Die 25 Sitze bewegen sich synchron zum Film. Man sitzt wie in einem Flugsimulator – mit Wasserbesprühung, Nebel und Beflutung“, beschreibt Cerutti das Erlebnis, das an die Altersstufen angepasst wird. Egal wie alt, man sitzt dort in Badehose, Badeanzug oder Bikini und mit 3D-Brille. Mobilheime und ein Märchen-Anger.

Noch schwingt bei allem Optimismus die Angst mit, dass ein neuerlicher Corona-Lockdown viele Vorbereitungen zunichte machen könnte. Doch mit der Umsetzung der Neuerungen wird nicht gewartet. Und die Millionen für die Investitionen wurden sogar schon bewilligt.

Von zwei neuen Ideen erwartet sich der Thermen-Chef sehr viel Zuspruch: „Wir werden neben der Therme etwas Einzigartiges errichten, den ersten Mobilheim-Park in Österreich mit Thermalschwimmteich. Da sind wir zuversichtlich, dass wir schon im kommenden Sommer aufsperren können.“

Ein anderes, zusätzliches Projekt ist für die Ortsmitte in Lutzmannsburg ausgearbeitet worden, neben der erst eröffneten Café-Konditorei. „Wir planen einen Märchen-Anger. Dargestellt werden die 12 besten Märchen der Brüder Grimm. Sofern wir uns mit der Gemeinde über die Verpachtung der Fläche bald einigen können, kann die Attraktion für die Kinder bereits im Frühjahr begehbar sein“, deutet der Thermen-Chef Werner Cerutti an. „Wir sind und bleiben die beste Familientherme Europas!“