Rudolf Geißler, Oberpullendorfer Bürgermeister, im Gespräch mit Hans Tesch. / Foto: Tesch

Gibt es schon eine neue Normalität nach Corona in Oberpullendorf?

Ja. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war es fast beklemmend, durch die Stadt zu gehen oder zu fahren. Und jetzt merkt man, es tut sich wieder etwas. Ganz wichtig war die Öffnung der Lokale. Diese sind ein soziales Kommunikationszentrum für die Menschen, ob sie arbeiten, ob sie einkaufen, ob es Touristen sind, die zwischendurch Erholung suchen im Gastgarten, im Kaffeehaus oder wo auch immer.

Welche Veranstaltungen werden wie geplant stattfinden?

So wie vorher geplant gibt es keine Veranstaltung. Die meisten sind abgesagt. Aber viele Oberpullendorfer arbeiten an neuen Konzepten, wie sie vielleicht doch die eine oder andere Veranstaltung über die Bühne bringen können. Erfreulich ist, dass die österreichischen Tennismeisterschaften wieder in Oberpullendorf abgehalten werden. Bis auf Dominik Thiem wird die gesamte Tennis-Elite da sein und die Stadt wird bei den Übertragungen im Fernsehen präsent sein. Zum Schulschluss wird es wieder das Gauklerfest geben, wenn auch etwas verändert. Man versucht, keine Brennpunkte zu schaffen, damit Abstände eingehalten werden können. Aber es wird durchgeführt – in Verbindung mit einem Schnäppchen-Flohmarkt unserer Handelsbetriebe. Ich denke, es ist gut, dass wieder ein Zeichen von Lebendigkeit gesetzt wird.

Hilft die Stadtgemeinde dabei, wieder Normalität zu erreichen, in den alten Geschäftsgang zu kommen?
Wir haben zum Beispiel beim Schwimmbad die Saisonkarten ermäßigt. Ein Signal, unser Schwimmbad zu besuchen, für Leute, die nicht in den Urlaub fahren können oder Menschen, die aufgrund finanzieller Einbußen es sich nicht leisten können. Wir planen bei den Schanigärten eine Ermäßigung der Gebühren. Die Pullenale wird abgehalten. Wir planen zwar nicht ein umfangreiches Festival-Programm, setzen aber ein Zeichen, dass die Kultur nicht gestorben ist.

Trifft die Corona-Krise Oberpullendorf härter als andere Orte?

Ich glaube, wir sind da mittendrin. Es trifft auch uns hart. Wir wissen, dass es Einschränkungen bei den Einnahmen geben wird. Für den Teil, wo der Bund Kurzarbeitsunterstützung zahlt, bekommen wir keine Kommunalsteuer. Bei den Ertragsanteilen, bei den Bedarfszuweisungen vom Bund rechnen wir mit einem Minus von mehreren hunderttausend Euro. Was aber trotzdem bei uns zu schaffen ist, weil wir auch entsprechend andere Einnahmen haben. Kleine Gemeinden werden mehr darunter leiden, wenn sie nur auf die Zuwendungen des Bundes angewiesen sind. Ich denke, wir müssen das Beste daraus machen. Dass wir bei manchen Ausgaben Einschränkungen machen müssen, das ist unumgänglich. Wir haben im Vorjahr einen Überschuss erwirtschaftet und mit diesem wird es möglich sein, wieder ausgeglichen zu bilanzieren.