Foto: Weinwurm

Forscherin aus Lackendorf untersucht Musikgeschmack

Mit ihrer Studie über den Musikgeschmack der Länder hat Mag. DI. Dr. Christine Bauer weltweit für Aufsehen gesorgt. Die Wissenschaftlerin aus Lackendorf wurde in Zeitungen, Magazinen und Radiosendern zitiert und interviewt. „Das Ergebnis und die sensationelle Resonanz machen mich sehr zufrieden“, strahlt die Mitarbeiterin am Institut für Computational Perception – für Computerwahrnehmung – der Johannes Kepler Universität Linz vor Freude.

Christine Bauer hat – unterstützt von Markus Schedl – für ihre wissenschaftliche Arbeit Musik-Streamingdaten der Plattform Last.fm analysiert – 800 Millionen abgerufene Songs von mehr als 53.000 Nutzern aus insgesamt 47 Ländern weltweit. Ergebnis: Eine Gruppe von Ländern, darunter Großbritannien, die USA und die Niederlande, schwimmen im globalen Mainstream, viele Länder haben ihren unverwechselbaren Musikgeschmack, wie Japan, Brasilien oder Finnland. Für Österreich standen zu wenige Daten zur Verfügung, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.

Und wozu dient diese Studie? „Diese Erkenntnisse werden für die Weiterentwicklung der Musikempfehlungssysteme für Online-Plattformen wie Spotify oder YouTube gebraucht“, erklärt Christine Bauer. „Die unterschiedlichen Vorlieben in den Ländern können in die Algorithmen einfließen und künftig Leute, die im Internet Musik hören wollen, mit treffenderen Song-Vorschlägen zufriedener machen.“ Und was war für den Erfolg entscheidend? „Es ist mir gelungen, durch richtige Kombinationen und Unterteilungen der Daten eine bessere Trefferquote für Musikempfehlungen zu erreichen“, stellt die Forscherin aus Lackendorf rückblickend fest. „Wir haben gezeigt, dass und wie es funktioniert. Die Plattformen müssen es nur noch aufgreifen.“

Die Mittelburgenländerin, die auch blendend Jazz-Saxophon spielt und regelmäßig mit ihren Bands auftritt, hat an unterschiedlichen Universitäten und Fachhochschulen in Österreich und im Ausland studiert, gelehrt und geforscht. Ihr zentrales Inter­esse gilt der Kreativwirtschaft, besonders der Musikwirtschaft. Sie hat an die 90 Artikel in renommierten Fachzeitschriften und Konferenzberichten verfasst und dafür acht hochkarätige Auszeichnungen und Nominierungen erhalten. Christine Bauer ist mit Leib und Seele ihrem Job als Wissenschaftlerin verbunden: „Ich liebe die menschliche Perspektive im Umgang mit intelligenten Systemen, sodass diese den Menschen und der Gesellschaft dienen.“ Und für die auch in Frauennetzwerken aktive Powerfrau persönlich gilt: „Das eigene Ziel vor Augen behalten – das eigene (!) Ziel.“