Marketing-Obfrau Mary Bauer und Bürgermeister Rudolf Geißler / Foto: Tesch

Oberpullendorf will seine hohe Lebensqualität erhalten und die Kaufkraft in der Stadt behalten. Marketing-­Managerin Mary Bauer arbeitet derzeit an verschiedenen Maßnahmen. Sie festigt mit Events die Kunden­bindung. Und für die leerstehenden Geschäftslokale im Stadtzentrum kündigt sie an, dass bald strategisch nach Übernehmern gesucht wird.

Oberpullendorf rollt wieder den roten Teppich aus. Diesmal nicht einen echten, wie jährlich am Super-Einkaufstag vor Schulbeginn, sondern einen fiktiven für Selbständige, die in freistehende Geschäftslokale im Stadtzentrum ziehen möchten. Mary Bauer, Obfrau des Stadtmarketingvereines, setzt im Zuge des Zukunftskonzeptes „Oberpullendorf 2025“ nun erste Schritte: „Wir möchten das Problem mit einem Profi aus der Immobilienbranche fachkundig aufarbeiten und eine nützliche Datei erstellen. Damit kann dann die Stadtgemeinde eine serviceorientierte Anlaufstelle für lokalsuchende Geschäftsleute sein.“

Profi soll aktiv werden

In Oberpullendorf ist man sich bewusst, dass viele Städte mit dem Problem leerstehender Geschäfte zu kämpfen haben. Und man freut sich über die drei neuen Unternehmen, die in den letzten Monaten zugezogen sind. In der Zwischenzeit behilft man sich damit, dass die leerstehenden Auslagen nicht negativ auffallen. Sie werden großflächig beklebt.

Bewusster einkaufen

Die engagierte Stadtbeauftragte erhofft sich bei ihren Bemühungen Unterstützung der kleinen Unternehmen durch die Wirtschaftskammer: „Es sollte mit Werbeaktionen bewusst gemacht werden, was das Einkaufen in der Region Positives bewirkt.“ Bekannte Slogans, wie „Hier lebe ich, hier kaufe ich ein“, hätten aktuell wieder größte Bedeutung. „Jugendliche sollten nicht nur für eine intakte Umwelt demonstrieren gehen, sondern den Gedanken der Nachhaltigkeit auch selbst leben. Den Jugendlichen sollte bewusst gemacht werden, dass Shopping im Internet Jobs in der Region kosten wird. Vielleicht sogar die Jobs des Vaters und der Mutter.“

Events sind beliebt

An den massenwirksamen Events soll sich in Oberpullendorf nichts Wesentliches ändern. „Das Osterland ist einzigartig, das Gauklerfest spricht Kinder und Jugendliche besonders an, der Rote Teppich ist eine Erfolgsgeschichte und schafft eine hohe Frequenz in den Geschäften, und der Oberpullendorfer Advent bringt das Publikum auf den Hauptplatz, in die Geschäfte und ins Weihnachtskonzert“, analysiert Bauer. „Die Events treffen den Geschmack der Leute und locken auch Gäste aus Ortschaften jenseits der Landesgrenze an.“

„Krebsler“ statt Bargeld

Auf eine Aktion zur Kundenbindung ist Mary Bauer besonders stolz, auf die „Krebslermünzen“. Mit dieser Oberpullendorfer „Währung“ kann man in mehr als 70 Handels- und Dienstleistungsbetrieben der Stadt bezahlen. „Diese Münzen sind besonders als Geschenk gefragt. Ob man dann in einem Lokal einen Kaffee trinkt, eine Gesichtscreme kauft oder eine Reise bucht, die Kaufkraft landet in den Geschäften von Oberpullendorf. Und es ist beim Schenken persönlicher als Bargeld.“ Für heuer, im zehnten Jahr der Münzen-Ausgabe, wird ein Rekord erwartet. Dabei waren es im Vorjahr schon 140.000 Euro, die auf diese Weise in der Stadt konsumiert wurden.

Geschäfte schaffen Lebensqualität

Oberpullendorf rüstet jedenfalls für die Zukunft. Lebensqualität und Wohnqualität stehen an vorderer Stelle – und die Qualität als Einkaufsort gehört da dazu. Dass Oberpullendorf attraktiv ist, bestätigt die Statistik: In den letzten 10 Jahren ist die Stadt um 200 Einwohner – auf aktuell 3.200 – gewachsen. Das gibt der Marketing-Chefin Rückenwind! „Es gilt, das Stadtzentrum als attraktive Einkaufszone zu erhalten und zu beleben“, skizziert Mary Bauer ihr Ziel. Ein Stadtspaziergang in Oberpullendorf soll an geschmackvollen, einladenden Schaufenstern vorbeiführen.