Bgm. Rudolf Geißler im Gespräch mit der Burgenland Mitte Redaktion / Fotos: Tesch (2)

Die Wirtschaftskraft und Attraktivität der Bezirkshauptstadt Oberpullendorf ist mitentscheidend für die Entwicklung des gesamten Bezirkes. „Nach einer mehrjährigen Phase des Sparens ist es 2019 wieder möglich, in größere Vorhaben zu investieren“, erklärt Bürgermeister Rudolf Geißler. Im Gespräch mit Hans Tesch skizziert er seine sieben wichtigsten Vorhaben.

1. Neuer Schwung für die Innenstadt

„Mir ist es ein ganz großes Anliegen, das Stadtzentrum wieder zum kompakten Einkaufszentrum zu machen. Die leer stehenden Geschäftslokale sollen wiederbelebt werden. Zu diesem Zweck wurden bereits Experten beigezogen. Gemeinsam mit dem Verein Stadtmarketing will die Stadtgemeinde realisierbare Lösungen suchen“, sagt Rudolf Geißler: „Wünschenswert wäre, wenn kleine Betriebe aus Handel und Gewerbe für das Stadtzentrum gewonnen werden könnten.“

2. Oberpullendorf positioniert sich als attraktiver Wohnort

Beim Schaffen von Wohnraum tue sich etwas, freut sich der Bürgermeister: „Drei Anlagen der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, der OSG, mit insgesamt 42 neuen Wohnungen werden heuer fertig gebaut. Und allein heuer werden insgesamt weitere 43 Reihenhäuser der Pöttschinger Siedlungsgenossenschaft EBSG und der OSG fertiggestellt und bezogen.“ Leistbar seien in Oberpullendorf aber auch Baugründe: „Die Stadt stellt Bauplätze für den privaten Wohnbau zur Verfügung. Von den 30 Hausplätzen sind 20 schon vergeben und bebaut. Wir denken nun an eine Erweiterung der Bauplätze. Der Preis von zuletzt 37 Euro pro Quadratmeter – komplett aufgeschlossen – soll es jungen Menschen ermöglichen, zu erschwinglichem Preis ein Eigenheim zu errichten – in bester Lage und in der Nähe zum Stadtzentrum. Zum Vergleich sei gesagt: Die Grundstückspreise in Oberpullendorf liegen zwischen 60 und 100 Euro.“ Der Zuzug komme überwiegend aus dem Bezirk.

3. Investitionen für Betriebsansiedelungen und Parkplätze

Oberpullendorf will mehr Betriebe in die Stadt locken. Dazu braucht es entsprechende Flächen und Voraussetzungen. Und das kostet. Auf dem bisherigen großen Veranstaltungsplatz wird ein Baumarkt des Raiffeisen-Lagerhauses errichtet und heuer fertiggestellt. „Gespräche über weitere Betriebsansiedelungen laufen“, sagt Geissler. „270.000 Euro sind im Stadt-Budget für Straßen, Kanal, Wasser, Strom und Gas vorgesehen.“ Schon in Angriff genommen sei ein neuer Parkplatz im Stadtzentrum: „Die Stadt hat mitten in der Stadt ein Grundstück angekauft, das – nach Abbruch des Gebäudes und der Befestigung der Fläche – den bisherigen Parkraum neben dem Kino ersetzen soll. Die Stadt investiert hier 450.000 Euro.“

4. Mehr als eine Million für Wasser und Beleuchtung

„Heuer wird die Sanierung des Wasserleitungsnetzes der Stadt abgeschlossen. Kosten: 180.000 Euro. Dann ist das Leitungsnetz in kleinere Abschnitte eingeteilt, was vor allem bei Störungen wichtig ist. Außerdem wird bei den stadteigenen Brunnen laufend investiert. Und allein 100.000 Euro – doppelt so viel wie im Vorjahr – wird für den Wasserzukauf vom Wasserleitungsverband bereitgestellt.“ 2019 bekommt Oberpullendorf auch eine neue Beleuchtung: „Die öffentliche Beleuchtung wird in großen Teilen Oberpullendorfs auf LED-Technik umgestellt. Das hat wirtschaftliche und ökologische Gründe: Die Reparaturkosten waren jährlich beachtlich, und die Stromkosten waren zuletzt hoch. Insgesamt kostet die neue Beleuchtung 800.000 Euro.“ Noch im Sommer werde mit der Umstellung begonnen.

5. Sanierung und teilweiser Neubau der Neuen Mittelschule und Musikschule

„Es ist die größte Investition in der Geschichte der Stadt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro, die Stadt wird das Projekt rund 5,2 Millionen Euro kosten.“ 

6. Vorarbeiten für Betriebsansiedlungsgebiet gemeinsam mit Steinberg

„Wir werden die nötigen klärenden Gespräche führen, um die Hürden zu nehmen – beim Wasseranschluss, bei Abwasser und Kanalisation, bei der Stromversorgung. In dem 8,5 Hektar großen Gebiet auf dem Steinberger Hotter wird Platz für etwa 10 Betriebe geschaffen, speziell für Handelsbetriebe, die die Direktanbindung an die Schnellstraße als positiv empfinden. Es ist ein gemeinsames Projekt. Die Kosten und die später folgenden Einnahmen werden aufgeteilt.“

7. Strategiekonzept „2025 – Stadt der Zukunft“

„Gemeinsam mit dem Verein Stadtmarketing sollen Strategien für die Weiterentwicklung von Oberpullendorf erarbeitet werden. Themen werden neben den leeren Geschäften im Zentrum unter anderem die Kundenfrequenzen, die Verkehrssituation, die Möglichkeiten für Betriebsansiedelungen oder die Chancen für Jungunternehmen sein“, erklärt Geißler. In Arbeitskreisen werden die Stärken und Schwächen analysiert und die Chancen für die Stadt erörtert. Die Gemeinde finanziert die Erstellung des Konzeptes.

„Insgesamt sollen alle Bemühungen einen neuen Schwung für Oberpullendorf bringen“, erwartet sich Bürgermeister Rudolf Geißler (ÖVP). Er nennt aber auch kleine Projekte: „2019 wird in der Stadt eine ‚Roma-Gedenktafel‘ errichtet, 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Gestaltung, der Platz und die Form ist offen. Die Bevölkerung soll mit Ideen und Vorschlägen mitreden können.“ Und ein anderes Projekt soll die Attraktivität der Stadt heben: „Als Bürgermeister höre ich laufend, dass die Leute nicht in einem Büro heiraten wollen. Und ich werde gefragt, wo es einen schönen Platz gibt. Das war der Anstoß, dass wir 2019 die Errichtung eines Hochzeitspavillons bei der Weinbergkapelle prüfen. Es wäre eine Idee für eine punktuelle Belebung des Tourismus und für eine Stärkung des Images von Oberpullendorf als gastfreundliche Stadt“, ist Bürgermeister Geißler überzeugt.