Foto: Pflege-Zentrum Raiding

Es war einmal ein Gasthaus und Hotel in Raiding. Sein Besitzer, Franz Drescher, ist damals 44 Jahre alt. Und dieser bewerkstelligt etwas Unerwartetes. Er macht aus dem 60-Betten-Gastronomiebetrieb ein Pflegeheim mit 38 Betten und 22 Beschäftigten. Das erste private Pflegeheim im Burgenland. Das alles im Jahr 1993. „Ich bin belächelt worden, und manche haben mich für verrückt gehalten“, erinnert sich Franz Drescher: „Ja, es war ein mutiger Schritt. Es waren viele Auflagen zu erfüllen. Allein dieser erste Umbau hat damals 5 Millionen Schilling gekostet. Und ich habe keine Landesförderung bekommen.“ 

Doch der engagierte Gastwirt setzt seine Vision um. Es gibt damals nur zwei Landespflegeheime, eines in Neudörfl und eines am Hirschenstein. Und die „Dritte Interne“ im Krankenhaus Oberpullendorf ist nur provisorisch hergerichtet. Raiding startet, die Auslastung stimmt, die Bewohner sind zufrieden. Gemeinsam mit seiner Frau Inge, die für die Küche zuständig ist, zieht Franz Drescher eine Erweiterung nach der anderen durch. Nunmehr zehn Jahre lang betreibt sein 34-jähriger Sohn Franz das moderne Pflege-Zentrum – mit derselben Dynamik. Er entwickelt neue Modelle der Pflege, wie das Betreute Wohnen Plus.

In Summe stecken heute rund 15 Millionen Euro in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Aktueller Stand in Raiding: 78 Langzeitbetten, 25 Plätze für Betreutes Wohnen Plus und 8 Plätze im nagelneuen Tageszentrum. Der Pflege-Pionier Franz Drescher, der Vordenker, blickt – inzwischen 69 Jahre alt – zufrieden zurück.