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Bucklige Welt: Schulkind ohne Schule? |
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Cornelia Hütter
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Freitag, 26. Februar 2010 |
Matthias Lebitsch aus Hochneukirchen in der Buckligen Welt ist sieben Jahre alt und soll im September die Volksschule besuchen. Allein es gibt keine Einrichtung weit und breit, die für seine Bedürfnisse und somit für eine ordnungsgemäße Beschulung geeignet ist. Für seinen Vater bedeutet das einen Spießrutenlauf, der ihn nun auch aktiv in die Politik führt.

Matthias, der älteste Sohn von Christian Lebitsch, ist schwer behindert (Pflegestufe 7). Im September beginnt für den Kleinen die Schulpflicht, doch anders als bei Eltern gesunder Kinder, die sich um Schultasche, Stifte und Schultüte kümmern, braucht die Familie Lebitsch überhaupt erst einmal eine Schule, in die sie ihren Sohn schicken kann - sprich eine Einrichtung, die heilpädagogischen Unterricht anbietet. Im gesamten südlichen Niederösterreich, Nord- und Mittelburgenland gibt es eine einzige Schule, die für die Bedürfnisse des zukünftigen Taferlklasslers zugeschnitten ist - die Waldschule bei Wiener Neustadt. Für Matthias würde das eine tägliche Hin- und Rückfahrt von rund drei Stunden bedeuten. Da er zusätzlich Epileptiker ist also eine undenkbare Option. Ebenso wenig komme das Internat der Waldschule in Frage. „Wir wollen unseren Sohn nicht abschieben. Weder ist es für einen Siebenjährigen zumutbar, stundenlang zur und von der Schule unterwegs zu sein, noch getrennt von den Eltern im Internat aufzuwachsen“, so Lebitsch.
Kurzerhand wandte er sich an das Bundeskanzleramt und bekam auch wenige Wochen später einen Termin bei Kabinettschefin Maria Auer. Mit durchaus positiver Resonanz. „Ich wurde mit meinem Anliegen wirklich ernst genommen und Frau Auer hat gleich begonnen zu telefonieren“, erinnert sich der Familienvater. In einigen Wochen soll es, nachdem die letzten Fakten abgeklärt und der Bedarf im südlichen Niederösterreich und im Nord- und Mittelburgenland erhoben sind, einen Folgetermin geben. Derzeit sei laut Lebitsch ein Umbau der vorhandenen Sonderschulklasse im nahe gelegenen Krumbach angedacht. Ein Sachverständiger soll die Durchführbarkeit prüfen. In jedem Fall werde es aber laut dem Gespräch mit der Kabinettschefin eine Übergangslösung geben, damit Matthias und andere schwer behinderte Kinder aus der Region im Herbst die Schulbank drücken können.
Derzeit wird auf die Antwort der Länder gewartet. Eines sei aber laut Lebitsch klar: Ohne Therapie ist der Umbau sinnlos. Es solle keine Aufsicht für schwerstbehinderte Kinder sein, sondern es müsse ebenso Therapiemöglichkeiten geben - eine heilpädagogische Schule also. Ein Aspekt, der in der aktuellen Diskussion rund um den Schul-Umbau noch nicht beachtet wurde.
Politische Ambitionen
Für Christian Lebitsch ist das Schulproblem aber nur eines von vielen, das dank starrer Strukturen und unsinniger Entscheidungen auf Gemeinde-, Landes- oder Bundesebene das Leben der Bürger sinnlos erschwert. Deshalb engagiert sich der Hochneukirchener bereits seit über einem Jahr mit seiner „Reformpartei Österreichs“ - kurz RPÖ - am politischen Parkett. Für die kommenden niederösterreichischen Gemeinderatswahlen am 14. März tritt er mit der überparteilichen Reformbewegung „Bürgerliste 2010“ zur Wahl an.
Bereits in einigen anderen Gemeinden wie etwa in Krumbach, Bad Vöslau, Mödling oder Kottingbrunn konnte eine unabhängige Liste bereits realisiert werden. Für Hochneukirchen planen die „Unabhängigen“ eine Zusammenarbeit mit der FPÖ - auf sachlicher Ebene. „Derzeit ist die Aufteilung in Hochneukirchen 12 ÖVP, 3 SPÖ und ein FPÖ-Mann. Und wir wollen in den Gemeinden jeweils mit Denjenigen zusammenarbeiten, die in ihrer Oppositionsrolle auch wirklich etwas weiterbringen. Ob das nun die SPÖ, die ÖVP, die Grünen oder wie in diesem Fall die FPÖ ist, ist uns egal. Wir stellen als Bürgerinitiative parteipolitisches Denken hintan und wollen stattdessen Positives für die Bürger bewirken“, so Lebitsch.
Man habe nur ein Ziel - für die Bürger sinnvolle Projekte zu erarbeiten. Dabei wolle man keinesfalls die Opposition noch mehr schwächen, sondern vielmehr von der engagierten Arbeit der politischen Mitbewerber profitieren.
Und Arbeit gebe es laut Lebitsch für die Opposition genug: Von der Kanalisation auf Gemeindeebene über das Thema Schule, Krankenkasse oder Förderungen sowie Kontrollen bei Auftragsvergaben bis hin zu Jugendthemen auf Landes- und Bundesebene wolle man für ebenso klare wie faire Verhältnisse sorgen.
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