|
|
|
Grande Dame der Literatur vollendet ihr 95. Lebensjahr |
|
Rosemarie Szirmay-Wenzelburger
|
|
Montag, 28. September 2009 |
„Meine Heimat ist das Burgenland“, so Prof. Margit Pflagner, vielen Menschen bekannt als Autorin des Buches „Sieben Jahre in Tibet“ welches sie aus den Tagebuchaufzeichnungen des Tibet-Heimkehrers Heinrich Harrer auf einer Reiseschreibmaschine in Pinkafeld verfasst hat und welches erfolgreich verfilmt worden ist. Ihre Freundin war Mida Huber, deren Ehrenpension sie nach dem Ableben der Heimatdichterin übernommen hat.
Margit Pflagner, geboren am 13. September 1914, schuf ein vielfältiges literarisches Werk. Es erstreckte sich von Zeitungsartikeln, literaturgeschichtlichen Aufsätzen und Übersetzungen, vor allem französischer Literatur, bis zu Schulbüchern und Hörspielen, wie „Grenzbahnhof“ (1972) und „Herbergsucher“ (1986). Sie schrieb Jugendbücher, wie „Till Eulenspiegel“ (1962) und „Findling im Schilf“ (1966), wurde vom Fernsehen Saarbrücken verfilmt sowie die feuilletonistischen Reiseführer „Burgenland“ (1970) und „Streifzüge durch Westungarn“ (1978), wofür sie in Brügge den Buchpreis 1983 erhielt und vieles mehr.
Das erste zusammenhängende Lebensbild von Josef Reichl führte sie zur Wiederbelebung des Reichlbundes und zu den „Güssinger Begegnungen“
Wie im Gewinde einer Schraubenmutter
Die umfassend gebildete Akademikerin setzt sich mit 95 Jahren nach wie vor kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinander und übersetzte kürzlich ein Spanisches Gedicht ins Deutsche.
Philosophie und Psychologie sind ihr vertraut, zwei Weltkriege gegenwärtig.
Margit Pflagner: „Ich sollte für den ORF eine Sendung zum 60. Geburtstag von Josef Marschall erarbeiten. Er hatte ein lyrisches Werk geschaffen, das in seinem sprachlichen Niveau und klassischen Inhalt neben Josef Weinheber gestellt werden kann. Ich suchte ihn in der Universitätsbibliothek in Wien auf, fand in ihm einen Freund und konnte nach seinem plötzlichen Tod seinen Nachlass ordnen und im gleichnamigen Buch veröffentlichen. Der reichhaltige Nachlass von Josef Marschall liegt im Landesarchiv und wird in den nächsten Monaten über Internet abrufbar werden.
Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates, Mag. Dr. Gerhard RESCH betonte, dass es den Lehrern überlassen werde, ob sie sich mit Literaturschaffenden des Landes auseinander setzen. Es stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Lehrer in ihrer Ausbildung erfahren, welche literarischen Schätze im Land liegen.
Und während Margit Pflagner die Zeit zurückdreht, wie im Gewinde einer Schraubenmutter, zeigt sie auf Grund der ihr vertrauten Philosophie, Psychologie und Geschichte auf, dass man sich Sorgen um die Zukunft der Jugend und der Welt machen muss.
|