| Berufswahl-Diagnose am AMS Burgenland: | ||
| Beratung für Jugendliche: „Was soll ich bloß werden, wenn ich groß bin?“ | ||
| Werbung | |
| Dienstag, 30. Juni 2009 | |
|
Im Rahmen ihrer Diplomarbeit fühlte die Psychologin Alexandra Wind dem Arbeitsmarktservice Burgenland gehörig auf den Zahn. Mit durchaus interessanten Ergebnissen vor allem für die Jugend. Welche Bedeutung ein passender Beruf beziehungsweise eine Ausbildung für jeden Einzelnen hat, macht sich gerade im Dienst für Arbeit suchende Menschen bemerkbar. Die Psychologin Alexandra Wind hat in Zusammenarbeit mit Dr. Gerhard Simetits und Mag. Dr. Jörg Prieler vom psychologischen Dienst des AMS Burgenland die Frage aufgeworfen, inwieweit Jugendliche der achten Schulstufe überhaupt in der Lage sind, die für sich passende Ausbildung oder Berufswahl zu finden und wie das Arbeitsmarktservice dabei helfen kann. „Jugendliche in der 8. Schulstufe stehen im österreichischen Bildungssystem vor einer Entscheidung, die bereits zur Weichenstellung ihrer beruflichen Zukunft führt. Dabei stellt sich die Frage, ob Jugendliche im Lebensabschnitt zwischen 13 und 15 Jahren bzw. in der 8. Schulstufe überhaupt schon in der Lage sind, eine solch komplexe und weitreichende Entscheidung zu treffen,“ so der Grundgedanke der Arbeit. Dabei sei laut Alexandra Wind die erste Berufs- beziehungsweise Ausbildungswahl einerseits richtungsweisend, andererseits falle diese Entscheidung - entwicklungspsychologisch gesehen - in einen eher ungünstigen Zeitraum, Stichwort Pupertät. Das AMS Burgenland zielt mit dem Projekt „Psychologische Berufswahldiagnostik und Beratung“ für Jugendliche in der 8. Schulstufe auf eine Förderung der Jugendlichen für diese Entscheidung ab, bei der individuelle Begabungen und Interessen eine wichtige Rolle spielen. Die Qual der Wahl Von Seiten der Psychologie stellt sich die Frage, ob und wann ein Mensch reif für die Berufswahl ist und wie das durch gezielte pädagogisch-psychologische Maßnahmen gefördert werden kann. Um ein wenig Licht in die „Psyche“ der betroffenen Jugendlichen zu bringen, wurden insgesamt 406 junge Menschen mit zwei verschiedenen Fragebögen im Oktober und Dezember 2008 befragt. Knapp die Hälfte davon wurde zwischen den zwei Befragungszeitpunkten vom Arbeitsmarktservice mittels Berufswahldiagnostik und Beratung erfasst. Entscheidend für die Berufswahl ist, dass ein junger Mensch gewisse ausgeprägte Interessen besitzt. Untersucht werden unter anderem praktisch-technische Interessen, intellektuell-forschende Interessen, künstlerische-sprachliche Interessen oder unternehmerische Interessen. Wer sich für einen der Bereiche besonders interessiert oder als geeignet erweist, dem fällt natürlich auch die Berufs- oder Ausbildungswahl leichter. Mithilfe der AMS-Beratung sollen diese Interessen erkannt und für die Wahl der zukünftigen Karriere herangezogen werden. Die Auswertung der Fragebögen zeigte, dass die Gruppe der Jugendlichen, die sich beraten ließen, ein wesentlich deutlicheres Interessensprofil aufwies, als jene, die nicht beraten wurden. Entscheidung fürs Leben Generell gilt: Menschen fühlen sich in dem Beruf wohl, der ihren Interessen entspricht. Kennt man seine Interessen, fällt auch die Entscheidung leichter, was man einmal machen möchte. Durch die „Psychologische Berufswahldiagnostik und Beratung“ für Jugendliche in der 8. Schulstufe seitens des AMS Burgenland sind die Schüler besser in der Lage, den für sie richtigen Weg zu gehen. Sie sind sicherer und entschiedener bei der Berufswahl und zeigen dabei ein höheres Engagement, weil sie sich von Anfang an auf eine Berufsrichtung konzentrieren, die auch ihren tatsächlichen Interessen entspricht. Fazit für Alexandra Wind, nachdem sie die Effizienz dieses Projekts überprüft hat: „Als wirksame Unterstützung von Jugendlichen bei der Berufs- und Ausbildungswahl ist dieses Projekt auf einem guten Weg.“ www.ams.at/bgld |