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Ein Mittelburgenländer leitet Seewinkeltherme
Dienstag, 1. September 2009
Alle Thermen die um die Gunst  der Bade und Saunagäste aus Wien sowie der kaufkräftigen Südbahngegend rittern haben ab November ...
 

Schlagzeilen / Lokal

„Natur Sakral“ Begegnungen mit der Natur
Montag, 28. September 2009
„Natur Sakral“ Begegnungen mit der Natur Seit 26 September ist das Haus St Stephan in Oberpullendorf Schlossplatz 4 ein Ort der meditativen spirituellen und künstlerisch interpretierten ...
 

Schlagzeilen / Splits

Sakrale Textilkunst in den Kirchen
Freitag, 30. Oktober 2009
Sakrale Textilkunst in den Kirchen Anlässlich des Tages der offenen Türe im Bischofshof Eisenstadt stellte die Künstlerin Marita Makowitschka   Objekte Sakraler Textilkunst – Messgewänder ...
 

Schlagzeilen / Business

Qualitätsbewusstsein für Ihren Wohnkomfort
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Qualitätsbewusstsein für Ihren Wohnkomfort Spezialisiert auf Fassadengestaltung Innenputze und Estriche erweitert nun das Familienunternehmen Glöckl aus Deutschkreutz ihr Geschäftsfeld um Fenster Türen Tore Sonnenschutz ...
 

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Naturwunder Naturpark Landseer Berge
Freitag, 30. Oktober 2009
Naturwunder Naturpark Landseer Berge „Blühender Naturpark“ Ein „blühender“ Faden an Blumen Sträuchern Bäumen Der Vorstand des Naturpark Landseer Berge holte sich Anregungen für das ...
 

Paneuropäisches Picknick - Spurensuche in Moskau Drucken E-Mail
Rosemarie Szirmay-Wenzelburger   
Mittwoch, 26. August 2009
St. Margarethen/Fertörákos: Am 19. August 2009 um 16.00 Uhr begann  bei hochsommerlichen Temperaturen an der ehemaligen Grenze - als geschlossene Veranstaltung - der Festakt zum Paneuropäischen Picknick. Für die  deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, selbst aus der DDR stammend, ein bewegender Augenblick. Als höchste politische Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel5.jpgWürdenträger der Ungarische  Staatspräsidenten Laszlo Solyom, der Österreichische Außenminister Michael Spindelegger, Landeshauptmann Hans Niessl und Umweltminister Niki Berlakovich. Außerdem  waren  hochrangige Politiker,  Diplomaten und vor allem betroffene Zeitzeugen anwesend.

Angela Merkel ergriffen mit dem ungarischen Staatspräsidenten nach Kranzniederlegung





Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel1.jpg (v.l.n.r.): Arpad Bella, Landeshauptmann Hans Niessl und Johann Göltl









Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel2.jpg LH Hans Nießl, die Minister Niki Berlakovich, Michael Spindelegger, Rudi Strommer
Wie der politische Umbruch begann

„Die elektrischen Sicherungsanlagen sind moralisch, technisch und politisch veraltet“ so die Worte des ungarischen Staatsminister Imre Pozsgay, am 26. Oktober 1988. 
In der Folge erteilte am 28. Feber 1989 das Politkomitee der MSZMP den Abbau der Sicherheitsanlagen.
Anlässlich einer internationalen Pressekonferenz in Hegyeshalom vor zweihundert in- und ausländischen Journalisten wurde der Abriss für den 2. Mai 1989 bekannt gegeben.

Der Österreichische Außenminister Alois Mock und Ungarns Gyula Horn zerschnitten am 27. Juni 1989 den „Eisernen Vorhang“
Gleichzeitig begannen die rumänischen Behörden am 21. Juni 1989 mit dem Bau eines Stacheldrahtzaunes an der rumänisch-ungarischen Grenze.  Grenzsoldaten erschossen am Grenzstreifen zahlreiche Flüchtlinge!

In Osteuropa war die politische Situation zum Bersten angespannt.

Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel6.jpgTrabis vor dem Stacheldraht  wurden zum Symbol

Die Idee des Paneuropäischen Picknicks

Die Organisation  des Paneuropäischen Picknicks wurde in politisch angespannter Lage geboren. Namensgeber war Ferenc Mészáros, heute wohnhaft in Sopron. Er hatte diesen Gedanken am 20. Juni 1989 in Debrecen, anlässlich eines Empfanges nach einem Vortrag von Otto Habsburg.

Ziel sollte es sein, bei Lagerfeuerromantik Gespräche  an der ungarischen Grenze zu Österreich weiterzuführen.  Ein Teil der Gäste in Österreich, der andere Teil in Ungarn sitzend. Die Idee löste Heiterkeit aus.

Am 30. Juni 1989 brachte Ferenc Mészáros seinen Plan auf einer Vorstandssitzung des Ungarischen Demokratischen Forums (MDF) in Sopron erneut ins Gespräch. Er wurde nur von Mária Filep ernst genommen. Sie organisierte das „Lager der Schicksalsgenossen“ hinzu. Sie legte bei der Vorstandssitzung des MDF Pläne mit dem Titel „Picknick am Eisernen Vorhang“ vor. Zeitpunkt sollte der 20. August, Ort der Grenzübergang Fertörákos sein.

Als Schirmherren für die Veranstaltung schlug sie Imre Pozsgay und Otto Habsburg vor. Zwischenzeitlich änderte sich der Zeitpunkt für die Veranstaltung; diese sollte am 19. August 1989 stattfinden, um eine Überlappung mit dem Staatsfeiertag zu vermeiden. Die Veranstaltung bekam endgültig den Namen Paneuropäisches Picknick
Mit Hilfe der Grenzwache entschied man sich wegen der Nähe zum abzubauenden Eisernen Vorhang für Sopronpuszta.

In Vertretung von Otto Habsburg kam seine Tochter Walburga von Habsburg zur Veranstaltung.

Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel3.jpgDr. Axel Hartmann, Botschafter der BRD in Bratislava, der während des Umbruchs im Außenministerium tätig war

Völkerwanderung der Burgenländer zur Grenze

Der St. Margarethner Bürgermeister  Waha freute sich, denn gleichzeitig fand in seiner Gemeinde die  Eröffnung der Weintage statt, wo zahlreiche politische Führungskräfte ihr Kommen zugesichert hatten.  

Die Grenze wurde nur aufgrund der telefonisch, mündlich erteilten Bewilligung geöffnet.  Aufgrund der vorher getroffenen Vereinbarung zwischen der österreichischen und ungarischen Grenzwache hätten nur die ungarischen und österreichischen Personen die Grenze überschreiten dürfen, die auf den von den Organisatoren übergebenen Listen aufgeführt waren. Außer der Erledigung der offiziellen Erfordernisse informierte Herr Waha aber „so nebenbei“ noch die ganze Region Neusiedler See. Erst am Tag des Picknicks war das Ergebnis dieser Aktion sichtbar, denn die Öffnung der Grenze nach 41 Jahren brachte auf österreichischer Seite eine einer Völkerwanderung ähnliche Bewegung in Gang, die den vorgesehenen Übertritt der ungarischen Delegation unmöglich machte.

Internationale Presse war vor Ort

Radio Freies Europa warb für das Ereignis. Durch das Einschreiten von Tibor Krecz veröffentlichte auch die Magyar Nemzet eine Meldung über das Picknick.
Die Anwesenheit der europäischen Fernsehgesellschaften zeigte auf, dass massive Ereignisse möglich waren. Auffallend  ein Team aus dem entfernten Neuseeland. Dem gegenüber  die Uninteressiertheit und das Fernbleiben des ungarischen staatlichen Fernsehens.

Das offizielle Programm begann am 19. August 1989 um 14.00 Uhr mit einer internationalen Pressekonferenz auf der Terrasse des Hotel Lövér.
Zahlreiche internationale Pressereporter beobachteten die Vorgänge. Um 14.57 Uhr geschah der Durchbruch.
Aus den umliegenden Maisfeldern strömenden Menschen. An der Grenze herrschte Chaos.  

Niemand hatte damit gerechnet

Oberstleutnant Árpád Bella, örtlicher Kommandant des provisorischen Grenzüberganges, zu den Ereignissen: „Dann trafen die österreichischen Kollegen ein, und ich besprach mit meinem Freund Johann Göltl, wie wir uns den Grenzübertritt der Delegationen vorgestellt hatten. Wir unterhielten uns und warteten. Ein paar Minuten vor der für 15.00 Uhr geplanten Ankunft erschien auf dem etwa 100 Meter weit einsehbaren Straßenabschnitt eine Gruppe von Fußgängern, von der sich beim Näher kommen herausstellte, dass es sich nicht um Delegierte handelte, sondern um eine Gruppe aus der DDR. Diese drückten die Torflügel ein, rannten wie der Blitz an den Wachen vorbei und verursachten ein großes Durcheinander.

In Rekonstruktion der Ereignisse muss erwähnt werden,  dass das Erscheinen der DDR-Bürger unerwartet wie auch voraussehbar war. Vorher war ständig darüber spekuliert worden, ob die mit dem Fernschreiben vom 17. August angekündigte Menge tatsächlich bei der Veranstaltung auftauchen würde oder nicht.“

Als ob nichts geschehen wäre, ging das Fest über die Bühne

Eine Panik ist nicht beherrschbar. Ob man es wollte oder nicht, würden Bewaffnete und Unbewaffnete aneinander geraten. Die  Fachliteratur dokumentiert, dass es zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei Massenbewegungen vor allem Toleranz erfordert.
Die Flüchtlinge strömten, die ungarischen Grenzsoldaten von hinten umgehend, über die Grenze. Die Busse brachten die Flüchtlinge nach Wien und noch am selben Tag ins Aufnahmelager nach Gießen.

Die Organisatoren an der Grenze entschieden, dass das Programm weitergehen sollte. 
Als Teil des offiziellen Programms hielten Walburga von Habsburg und László Vass im Namen der Schirmherren ihre Reden. Die Teilnehmer am „Lager der Schicksalsgenossen“ verlasen den Aufruf der Organisatoren in acht Sprachen, es sprach György Konrád („Gedanken im Grenzland“), sowie Klaus Lange und Vinzenz von und zu Liechtenstein im Namen der Paneuropa Union.

So verlief die Veranstaltung gemäß dem ursprünglichen Programm weiter, unter Teilnahme von László Vass, der fast zum Helfershelfer wurde. Die mehrere tausend Gäste des Volksfestes kümmerten sich wenig um die im Hintergrund laufenden Diskussionen – die nicht sehr zur Kenntnis genommen wurden – und hielten gutgelaunt ihr Picknick ab. Pörkölt wurde gekocht, Wurst und Speck gebraten, es flossen Bier und Wein, alles was gut und teuer ist, während der Zaun auf Kilometerlänge abgerissen wurde, den Slogan „Baue ab und nimm‘ mit“ ganz wörtlich nehmend.

Es wurde offiziell, dass Miklós Németh im Frühjahr 1989 mit Gorbatschow in Moskau „durch die Blume“ die geplanten ungarischen Änderungen besprochen hatte.

Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel7.jpgGeorg v. Habsburg-Lothringen mit dem ung. Staatspräsidenten László Sólyom












Paneuropäisches Picknick  - Spurensuche in Moskau merkel4.jpgMonomentales Denkmal – im Hintergrund ein Wachturm
 
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